Ein Bund fürs Leben

Wir sind eine Darmstädter Studentenverbindung und eine Landsmannschaft des Coburger Convents. Wir sind eine Gemeinschaft von Studenten verschiedenster Studienrichtungen sowohl an TU als auch FH, die als Gemeinschaft von Freunden ihr Studium verbringen und sich diese Freundschaften auch über das Ende der Studienzeit hinaus erhalten. Sie dauern das ganze Leben lang.

Pluralistisch und Demokratisch

 Gegründet wurde unsere Verbindung im Jahre 1871, allerdings nicht in Darmstadt, sondern in der traditionsreichen alten Kaiserstadt Aachen. Wir sind pluralistisch und demokratisch strukturiert und weder an Parteipolitik noch an ein bestimmtes Glaubensbekenntnis gebunden. Daher wünschen wir uns von unseren Mitgliedern auch eine gesunde Individualität, sowohl was Persönlichkeit, als auch politische Einstellung betrifft.

Was erwarten wir von unseren Mitgliedern?

Bejahung der Ziele unserer Gemeinschaft und natürlich die Bereitschaft, sich für diese einzusetzen. Ziele unserer Gemeinschaft sind freundschaftlicher Umgang miteinander, Achtung der Anderen und nicht zuletzt Freude und Spaß, allerdings natürlich auch Erfolg in der Studienzeit. Das Erreichen all dieser Ziele bedarf jedoch eines geselligen und kulturellen Umfeldes.

Zu diesem Zweck veranstalten wir Kneipen und Kommerse, besuchen gemeinsam die Veranstaltungen unseres Dachverbandes und veranstalten regelmäßig gemeinsame Freizeitaktivitäten. So wird das Studium bei uns zu einem unvergessenen Lebensabschnitt, an den man sich immer wieder gerne im Kreis der Bundesbrüder zurückerinnert.

Studium

Einer für alle, alle für einen…

Ein Ziel unserer Landsmannschaft ist der erfolgreiche Studienabschluss aller Mitglieder. Egal ob an der TU Darmstadt, der Hochschule Darmstadt oder sogar an einer Lehranstalt außerhalb von Darmstadt. An dieser Stelle sieht sich unsere Landsmannschaft in der Pflicht, die Aktiven in den Klausurphasen zu unterstützen bzw. den Rücken für das zielgerichtete Lernen frei zu halten. Unsere Mitglieder sind an allen großen Fakultäten zu finden. Die letzten Jahre waren stark von Bauingenieuren, Maschinenbauern, Wirtschaftsingenieuren, Architekten, usw. geprägt. Durch diese große Vielfalt an unterschiedlichen Fachrichtungen wird Ihnen tagtäglich ein vielfältiger Blick über den Tellerrand geboten. Ob ein Architekturstudent etwas über Statik oder ein Maschinenbauer etwas über Betriebswirtschaft lernt, in unserer Verbindung bilden Sie sich über Ihren Studienplan hinaus weiter. Wir bieten weiterhin eine Hilfestellung für das erfolgreiche Lernen an. Ob es nun ein Aktiver im höheren Semester oder ein Blick in unsere Bibliothek ist. Weiterhin bietet die Weitläufigkeit des Normannenhauses Möglichkeiten, sich mit Lerngruppen oder Kommilitonen zum akademischen Austausch zu treffen.

Wenn Du Dich für die Mitgliedschaft in der Landmannschaft Normannia entscheidest, wird Dich die Gemeinschaft aus voller Kraft bei Deiner akademischen Ausbildung unterstützen.

Fechten

Warum Fechten? Oder was  ist die Mensur eigentlich?

Du sitzt im Paukkeller. Das Kettenhemd hängt an dir herunter und die Menschen, die du vor sechs Monaten kennengelernt hast und mittlerweile gute Freunde geworden sind, fangen damit an, wie fleißige Bienchen dich für deine bevorstehende erste Mensur anzuziehen. Dir wird der Hals zugeschnürt und du fragst, ob das denn so eng sein muss. Als Antwort bekommst du zu hören „Es dient deinem Schutz“ oder „Je enger, desto besser“. Die anderen scherzen und lachen, doch du merkst, es ist jeder für dich da und steht dir bei, denn das ist dein Tag. Du wärmst dich auf, haust noch ein, zwei Mal auf den Dummy und danach führen dich deine Bundesbrüder nach oben. Auf diesen Weg wird dir bewusst, jetzt wird es ernst.

Dein Herz schlägt schneller und es stellt sich, angesichts dessen ,was gleich auf dich zukommt, ein Gefühl von Respekt und ja auch etwas  Furcht ein. Oben angekommen stehen schon um die 50 Zuschauer, unter anderem deine Bundesbrüder und Alte Herren, die dir auf die Schulter klopfen, dir Glück wünschen sogenanntes „Waffenschwein“ und du weißt, jeder von Ihnen hat genau das gleiche schon zwei Mal durchgestanden. Du setzt dich auf deinen Stuhl und dir wird die Mensurbrille angelegt, es wird noch einmal eng am Kopf und alles drückt und ein dickerer Alter Herr sagt „Wenn’s drückt is richtig so“ und dann geht’s los. Du stellst dich deinem Mitpaukanten gegenüber und merkst, ihm geht’s genau wie dir. Du bekommst eine scharfe Klinge in die Hand gedrückt und möchtest nicht, dass er deinen Kopf trifft und er wird das gleiche denken. Es kehrt absolute Stille ein.

Dann:

„Hoch zur Mensur“,  „Fertig“,  „Los!“

Dann:

„Hoch zur Mensur“,  „Fertig“,  „Los!“

Hallo mein Name ist Michael, ich bin 27 Jahre alt und seit 2011 Mitglied bei der Landsmannschaft Normannia und habe in dieser Zeit vier Mensuren gefochten. Ich wurde gebeten, für unsere Homepage einen Beitrag über das Fechten zu schreiben. Das ist gar nicht so einfach. Sicher jede Schlagende Verbindung schreibt, es ist ein Mittel der „Zugehörigkeit“, eine „ Erziehungsmaßnahme“ und fördert den „personalen Zusammenhalt“. Das ist auch alles schön und gut, doch eine Mensur ist viel mehr als das. Man kann die Mensur nicht wirklich erklären und rationalisieren. Die Mensur oder besser gesagt deine Mensur ist ein individuelles Erleben und Bestehen dieser Extremsituation, für die du dich selbst entschieden hast. Trotz aller Individualität des Erlebens hat die Mensur einige weitgreifende und allgemeingültige Elemente. Es ist halt nicht ganz von ungefähr, dass schlagende Verbindungen es über die Jahrhunderte fertigbrachten, junge Männer aller Stände, Glaubensbekenntnisse und politischer Überzeugungen, unabhängig von ihrer Herkunft in lebenslange Freunde zu verwandeln, denen generationsübergreifend eine gemeinsame Erfahrung, die der Extremsituation Mensur, zugrunde liegt.

Man hört immer wieder, dass Außenstehende die Mensur als antiquierte, nicht zeitgemäße, elitäre „Mutprobe“ abwerten, welche ein mündiger, moderner Zeitgenosse, für den sich dieser Kommentator wohl hält, nicht mehr nötig habe. Da ich es nicht besser formulieren kann, zitiere ich an dieser Stelle die Worte meines Waffenbruder Herrn J. Christoph Amberger, die mich als Junges Mitglied einer schlagenden Verbindung begeisterten: Der Kern einer Mutprobe ist, dass man natürliche oder soziale Hemmungen kurzfristig überwindet und sich einer mehr oder weniger kontrollierbaren Kraft übergibt (sei’s auch bloß der Schwerkraft am Ende eines Gummiseils). Die Mensur jedoch ist Dauerbelastung mit kalkuliertem, bewusst begrenztem Risiko, ein innerer Belagerungszustand, aus dem sich der Beteiligte nur durch intensivste Anstrengungen von Geist und Körper herausarbeiten kann und muss. Der Endzweck der Mensur liegt nicht in der Überwindung des Gegenpaukanten… nicht einmal im Beweis, dass einer über mehr Fechttalent, mehr Kraft, bessere Nerven, oder mehr Ausdauer verfügt als der andere (wie es in einem sportlichen Wettkampf der Fall wäre).

Denn es gibt bei der Mensur weder Gewinner noch Verlierer, keine Sieger und keine Besiegten. Der Sinn der Mensur liegt in der Überwindung des eigenen Ichs, der Überwindung der Furcht durch die Selbstkontrolle und das bewusste Durchhalten des wachen Geistes. Denn die Mensur räumt mit Selbsttäuschung auf. Sie reduziert Dich auf deine primäre Persönlichkeit, entdeckt deine Schwächen und Ängste. Doch sie gibt Dir gleichzeitig die freie Wahl und die Mittel, Dich diesen zu stellen und gegen sie zu bestehen und diese grundlegende Erfahrung des Bestehens aus eigener Kraft im weiteren Leben anzuwenden. Als abschließende Worte möchte ich dem Leser noch mit auf den Weg geben, dass das akademische Fechten, bevor man die Mensur schlägt, wohl geübt sein möchte. Das Üben (Pauken) gehört zu einer der gemeinsamen Tagesbeschäftigung in unserem Leben als Verbindungsstudenten, was sowohl Körper, Geist und vor allem die Freundschaft der Beteiligten stärkt.

 

Geschichte

Lebendige Geschichte

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Der Anfang

Die Geschichte unserer Verbindung beginnt im Jahr 1871 in Aachen, als sechs junge Männer aus verschiedenen Teilen Deutschlands zusammen kamen, um eine neue Korporation zu gründen: Die Burschenschaft Neo-Germania zu Aachen. Es dauerte jedoch nur ein Jahr, bis der Name unserer Verbindung sich zu jenem änderte, den wir auch heute, über einhundert Jahre später, noch tragen: Landsmannschaft Normannia. Es war kein dramatischer Bruch, der zu dieser Änderung führte, nein, unsere Gründer kamen lediglich zum Schluss, dass unsere damals noch junge Verbindung unpolitisch sein und bleiben sollte.

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Suspendierung

Normannia etablierte sich schnell im Aachener Korporationswesen und konnte wie alle anderen Bünde der traditionsreichen Kronstadt schnelles und stetiges Wachstum vorweisen, doch waren auch wir nicht dagegen gefeit, dass die Aufnahme zu vieler junger Mitglieder dazu führte, dass unser Bund den Bezug zu seinen Wurzeln verlor und schließlich suspendiert werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren seit unserer Gründung lediglich acht Jahre vergangen.

Wappen-Geschichte

Beständigkeit

Manch einer mag an dieser Stelle erwartet haben, dass dies das Ende der Normannia darstellen würde. Wie unsere Namensgeber aus längst vergangenen Tagen waren jedoch auch die Mitglieder unseres Bundes nicht so einfach unterzukriegen. Dank einer aktiven Altherrenschaft, die das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Traditionen unseres Bundes über zwanzig Jahre lang aufrecht erhielten, gelang es schließlich, die Landsmannschaft Normannia in Darmstadt mit Hilfe einiger ortsansässiger Studenten neu zu gründen. Dies geschah am 14.06.1902 und seit diesem Tage ist unsere Verbindung der Stadt, die sie damals willkommen geheißen hat, treu geblieben.

Wappen-Geschichte

Krieg und Opfer

Im Jahr 1908 erwarb Normannia ihr erstes, eigenes und festes Verbindungshaus, einen aufgegebenen Teil einer Brauerei, dem unsere Aktiven liebevoll den Spitznamen „die Hütte“ verliehen. In den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts erblühte das Korporationswesen auf eine Art, wie es sich heute kaum noch vorzustellen ist und sowohl Aktive als auch Alte Herren füllten die Räumlichkeiten unserer Hütte mit Leben. Doch wie alle guten Tage mussten auch diese enden, in diesem Fall durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914, als viele Normannen, wie so viele andere junge Männer, einberufen wurden, um die ewig hungrigen Schlachtfelder und Schützengräben mit neuen Opfern zu versorgen.  In den langen Kriegsjahren blieb Normannia suspendiert und konnte sich erst im Frühjahr des Jahres 1919 rekonstituieren, jedoch hatte auch Normannia, wie so viele andere Familien auch, Brüder auf den Schlachtfeldern verloren.

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Prinzipientreue

In den Jahren zwischen den Weltkriegen erblühte das Verbindungswesen und auch unsere Normannia abermals, da die starken Gemeinschaften der Korporationen, die oft armen Studenten vor der rauen Wirtschaftslage schützten, die die erste deutsche Republik plagten. Doch auch wir waren nicht vor den Übeln gefeit, die letztlich die Weimarer Republik zerstörten: Viele Studenten ließen sich, wie so viele andere Deutsche auch von den Nationalsozialisten verführen und unterstützen den größenwahnsinnigen Diktator. Dessen Gleichschaltungswahn, mit dem er das gesamte Land nach seinem Ebenbild neu formen wollte, stand jedoch im krassen Konflikt zu der basisdemokratischen, freiheitlichen Grundordnung, auf der unser Bund sich seit jeher stützte. Als schließlich nur noch die Wahl blieb, alles aufzugeben, was Normannia ausmachte oder aber den Bund aufzulösen, entschieden wir uns dazu, lieber letzteres zu tun, als unser ureigenes Wesen weiter zu verleumden.

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Neubeginn

Erst vier Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges versuchte man, die Landsmannschaft Normannia wieder zu rekonstituieren, was nach anfänglichen Schwierigkeiten 1950 schließlich auch gelang. Fünf Jahre später, auf dem 84. Stiftungsfest, gründete man schließlich eine Hausbaukommission, die es sich zum Ziel setzte, ein neues Zuhause für unsere Landsmannschaft zu finden. Das neue Normannenhaus entstand auf einem Ruinengrundstück im Prinz-Christians-Weg 4 und ist bis heute das Zuhause unserer Verbindung.

Oft gestellte Fragen – FAQ

Eine Studentenverbindung ist ein traditioneller humanistischer Freundschaftsbund von Studenten und ehemaligen Studenten einer Hochschule mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung. Um von einer Korporation sprechen zu können, müssen mindestens folgende Kriterien erfüllt sein: Lebensbundprinzip; Conventsprinzip (Demokratieprinzip); eine wie auch immer geartete Form von Brauchtum; geeignete Ideale, jedenfalls aber die Grundsätze der Freiheit und der Ehrenhaftigkeit. Die moderne Korporation entstand im Zeitalter der Aufklärung gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Nein, die Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindung, nicht einmal die zahlenmäßig größte oder älteste; der richtige Oberbegriff ist »Verbindung« oder »Korporation«; es gibt akademische Korporationen – Studentenverbindungen – und pennale Korporationen – Schülerverbindungen. Das Mißverständnis kommt vielleicht daher, daß bei praktisch allen Verbindungen die endgültig aufgenommenen Mitglieder – und nur die – »Burschen« genannt werden. Ein Mitglied einer Burschenschaft heißt hingegen »Burschenschafter«, das einer Landsmannschaft »Landsmannschafter«, und ein Mitglied einer Turnerschaft »Turnerschafter«. (Falsch ist übrigens, wie ein Blick in ein Wörterbuch bestätigt, die Endung »-ler«.) Der Oberbegriff für die Mitglieder der unterschiedlichen Verbindungen ist »Koporierter« oder »Verbindungsstudent«, und nicht etwa »Bursch«.

Im Berufsleben ist das Fachliche nur zu etwa 25 bis 30 Prozent für Deinen Erfolg relevant. Wenn Du eine Führungsposition anstrebst, sind es sogar nur etwa 15 Prozent! Das bedeutet: Wenn Du Deine verfügbare Zeit zu 100 Prozent für das Fachliche aufwendest, hast Du eine falsche Entscheidung getroffen, denn am Ende stehst Du mit nur 15 Prozent der Fähigkeiten da, die Du eigentlich bräuchtest! Die übrigen 85 Prozent kannst Du bei uns erwerben. Erfreulicherweise mußt Du dafür aber nicht 85 Prozent Deiner verfügbaren Zeit aufwenden, sondern vielleicht nur 10 oder 15 Prozent, und das auch nur in Deinen ersten paar Studiensemestern. Denk mal drüber nach.

Das könnte man meinen, und wahrscheinlich beschleicht die meisten Verbindungsstudenten zu irgendeinem Zeitpunkt mal dieser Eindruck. Im Ergebnis aber studieren Verbindungsstudenten im Schnitt schneller als der durchschnittliche Kommilitone und erzielen dabei auch noch überdurchschnittlich gute Resultate bis hin zu Spitzenergebnissen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Du Dein Studium abbrechen wirst, schrumpft auf einen Bruchteil zusammen, wenn Du einer Verbindung angehörst.

Die Studentenverbindungen, die Landsmannschaften heißen, nahmen ursprünglich nur »Landsmänner« aus ihrer Heimatregion auf, aber dieses sogenannte Herkunftsprinzip ist schon lange abgeschafft. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft und die Landsmannschaft Ostpreußen sind keine Studentenverbindungen, sondern sogenannte Vertriebenenverbände, also Interessenvertretungen der Vertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete.

Eine Studentenverbindung besteht aus zwei organisatorisch getrennten Gruppen: Aktivenverband und Altherrenverband. Der Aktivenverband besteht aus denjenigen Mitgliedern, die noch studieren, den sog. Aktiven. Der Altherrenverband besteht aus denjenigen, die die Hochschule verlassen haben, den Alten Herren. Der Kern der Verbindung ist der Aktivenverband, der häufig auch als Aktivitas bezeichnet wird. Der Aktivenverband regelt alle seine Angelegenheiten in freier Selbstverwaltung auf seiner Mitgliederversammlung, dem Convent. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen von drei Aktiven, die vom Convent gewählt werden, den sog. Chargierten. Neben den Chargierten gibt es noch den Fuchsmajor, der für die Betreuung und Ausbildung der Füchse – so heißen die Neumitglieder der Verbindung – zuständig ist, sowie einige andere Amtsträger. Das Verbindungsleben findet im wesentlichen während des Semesters statt. Für diese Zeit gibt es einen Veranstaltungskalender, das Semesterprogramm. Während der Semesterferien ruht der Verbindungsbetrieb weitgehend.

Unsere Gemeinschaft besteht aus ganz normalen Studenten von heute, die mitten im Leben stehen. Unsere Alten Herren bewähren sich im Beruf und nehmen Anteil am Leben der noch Studierenden. Daß wir Traditionen aus dem letzten Jahrhundert fortführen heißt nicht, daß wir auch geistig dort stehengeblieben sind. Wir fühlen uns eigentlich recht modern.

Nein. Wir haben zwar Rituale, aber die sind nicht geheim. Unsere Bücher und sonstige Veröffentlichungen, in denen sie dokumentiert sind, sind in öffentlichen Bibliotheken einsehbar bzw. im Buchhandel oder direkt beim Verlag käuflich zu erwerben. Außerdem gibt es inzwischen sehr viele Informationen auch im Internet. Im übrigen besteht, jedenfalls grundsätzlich, auch für Außenstehende die Möglichkeit, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen und diesen Ritualen beizuwohnen.

Eigentlich keine. Studentenverbindungen sind per Definition konsequent basisdemokratisch. Die Einteilung in Füchse, Burschen und Alte Herren hat nichts mit Hierarchien zu tun. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen des Convents, der Mitgliederversammlung der studierenden Mitglieder. Alte Herren haben auf dem Convent der Aktiven kein Stimmrecht. Der Vorstand der Verbindung, bestehend aus den drei Chargierten, wird vom Convent gewählt und unterliegt der Kontrolle durch regelmäßige Convente, gewöhnlich alle zwei Wochen. Selbstverständlich kann er jederzeit abgewählt werden. Der Erstchargierte der Verbindung ist nur Primus inter pares, d. h. Erster unter an Rang Gleichen. Im übrigen werden Ämter überwiegend nur für ein Vierteljahr, andere für ein halbes Jahr, vergeben. Das Rotationsprinzip gab es also bei den Verbindungen schon immer. Sowohl die ständige basisdemokratische Kontrolle durch die Convente als auch das Rotationsprinzip sind offenkundig antihierarchisch.

Wir tragen bei offiziellen Anlässen Band und Mütze in den Farben unserer Verbindung. Das Band ist unser gemeinsames Erkennungszeichen und das äußere Symbol unserer starken inneren Verbundenheit. Band und Mütze sind die traditionellen Symbole unserer Verbindungen seit über 100 Jahren.

»Sich schlagen« ist ein älterer Ausdruck für »mit jemandem fechten«; er ist im Alltagssprachgebrauch noch vorhanden in der Redewendung »Er hat sich gut geschlagen«.

Bei uns herrscht innerhalb der Verbindung politische Neutralität. Allerdings begrüßen wir es, wenn sich der Einzelne Gedanken über unseren Staat macht oder sich sogar engagiert. Wir haben viele Bundes- bzw. Verbandsbrüder, die in den verschiedenen demokratischen Parteien tätig sind. Wenn alle das gleiche denken, denken alle falsch. Extremisten haben bei uns allerdings nichts zu suchen.

Wir machen das, weil die Freundschaft und die Gemeinschaft in unserer Verbindung es wert ist, daß man sich engagiert und darum kümmert. Für unseren Einsatz bekommen wir viel zurück – unser Freundeskreis ist größer als bei anderen Studenten. Und, nicht ganz unwichtig: Es macht einfach Spaß!

Eine Studentenverbindung ist ein traditioneller humanistischer Freundschaftsbund von Studenten und ehemaligen Studenten einer Hochschule mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung. Um von einer Korporation sprechen zu können, müssen mindestens folgende Kriterien erfüllt sein: Lebensbundprinzip; Conventsprinzip (Demokratieprinzip); eine wie auch immer geartete Form von Brauchtum; geeignete Ideale, jedenfalls aber die Grundsätze der Freiheit und der Ehrenhaftigkeit. Die moderne Korporation entstand im Zeitalter der Aufklärung gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Nein, die Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindung, nicht einmal die zahlenmäßig größte oder älteste; der richtige Oberbegriff ist »Verbindung« oder »Korporation«; es gibt akademische Korporationen – Studentenverbindungen – und pennale Korporationen – Schülerverbindungen. Das Mißverständnis kommt vielleicht daher, daß bei praktisch allen Verbindungen die endgültig aufgenommenen Mitglieder – und nur die – »Burschen« genannt werden. Ein Mitglied einer Burschenschaft heißt hingegen »Burschenschafter«, das einer Landsmannschaft »Landsmannschafter«, und ein Mitglied einer Turnerschaft »Turnerschafter«. (Falsch ist übrigens, wie ein Blick in ein Wörterbuch bestätigt, die Endung »-ler«.) Der Oberbegriff für die Mitglieder der unterschiedlichen Verbindungen ist »Koporierter« oder »Verbindungsstudent«, und nicht etwa »Bursch«.

Im Berufsleben ist das Fachliche nur zu etwa 25 bis 30 Prozent für Deinen Erfolg relevant. Wenn Du eine Führungsposition anstrebst, sind es sogar nur etwa 15 Prozent! Das bedeutet: Wenn Du Deine verfügbare Zeit zu 100 Prozent für das Fachliche aufwendest, hast Du eine falsche Entscheidung getroffen, denn am Ende stehst Du mit nur 15 Prozent der Fähigkeiten da, die Du eigentlich bräuchtest! Die übrigen 85 Prozent kannst Du bei uns erwerben. Erfreulicherweise mußt Du dafür aber nicht 85 Prozent Deiner verfügbaren Zeit aufwenden, sondern vielleicht nur 10 oder 15 Prozent, und das auch nur in Deinen ersten paar Studiensemestern. Denk mal drüber nach.

Das könnte man meinen, und wahrscheinlich beschleicht die meisten Verbindungsstudenten zu irgendeinem Zeitpunkt mal dieser Eindruck. Im Ergebnis aber studieren Verbindungsstudenten im Schnitt schneller als der durchschnittliche Kommilitone und erzielen dabei auch noch überdurchschnittlich gute Resultate bis hin zu Spitzenergebnissen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Du Dein Studium abbrechen wirst, schrumpft auf einen Bruchteil zusammen, wenn Du einer Verbindung angehörst.

Die Studentenverbindungen, die Landsmannschaften heißen, nahmen ursprünglich nur »Landsmänner« aus ihrer Heimatregion auf, aber dieses sogenannte Herkunftsprinzip ist schon lange abgeschafft. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft und die Landsmannschaft Ostpreußen sind keine Studentenverbindungen, sondern sogenannte Vertriebenenverbände, also Interessenvertretungen der Vertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete.

Eine Studentenverbindung besteht aus zwei organisatorisch getrennten Gruppen: Aktivenverband und Altherrenverband. Der Aktivenverband besteht aus denjenigen Mitgliedern, die noch studieren, den sog. Aktiven. Der Altherrenverband besteht aus denjenigen, die die Hochschule verlassen haben, den Alten Herren. Der Kern der Verbindung ist der Aktivenverband, der häufig auch als Aktivitas bezeichnet wird. Der Aktivenverband regelt alle seine Angelegenheiten in freier Selbstverwaltung auf seiner Mitgliederversammlung, dem Convent. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen von drei Aktiven, die vom Convent gewählt werden, den sog. Chargierten. Neben den Chargierten gibt es noch den Fuchsmajor, der für die Betreuung und Ausbildung der Füchse – so heißen die Neumitglieder der Verbindung – zuständig ist, sowie einige andere Amtsträger. Das Verbindungsleben findet im wesentlichen während des Semesters statt. Für diese Zeit gibt es einen Veranstaltungskalender, das Semesterprogramm. Während der Semesterferien ruht der Verbindungsbetrieb weitgehend.

Unsere Gemeinschaft besteht aus ganz normalen Studenten von heute, die mitten im Leben stehen. Unsere Alten Herren bewähren sich im Beruf und nehmen Anteil am Leben der noch Studierenden. Daß wir Traditionen aus dem letzten Jahrhundert fortführen heißt nicht, daß wir auch geistig dort stehengeblieben sind. Wir fühlen uns eigentlich recht modern.

Nein. Wir haben zwar Rituale, aber die sind nicht geheim. Unsere Bücher und sonstige Veröffentlichungen, in denen sie dokumentiert sind, sind in öffentlichen Bibliotheken einsehbar bzw. im Buchhandel oder direkt beim Verlag käuflich zu erwerben. Außerdem gibt es inzwischen sehr viele Informationen auch im Internet. Im übrigen besteht, jedenfalls grundsätzlich, auch für Außenstehende die Möglichkeit, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen und diesen Ritualen beizuwohnen.

Eigentlich keine. Studentenverbindungen sind per Definition konsequent basisdemokratisch. Die Einteilung in Füchse, Burschen und Alte Herren hat nichts mit Hierarchien zu tun. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen des Convents, der Mitgliederversammlung der studierenden Mitglieder. Alte Herren haben auf dem Convent der Aktiven kein Stimmrecht. Der Vorstand der Verbindung, bestehend aus den drei Chargierten, wird vom Convent gewählt und unterliegt der Kontrolle durch regelmäßige Convente, gewöhnlich alle zwei Wochen. Selbstverständlich kann er jederzeit abgewählt werden. Der Erstchargierte der Verbindung ist nur Primus inter pares, d. h. Erster unter an Rang Gleichen. Im übrigen werden Ämter überwiegend nur für ein Vierteljahr, andere für ein halbes Jahr, vergeben. Das Rotationsprinzip gab es also bei den Verbindungen schon immer. Sowohl die ständige basisdemokratische Kontrolle durch die Convente als auch das Rotationsprinzip sind offenkundig antihierarchisch.

Wir tragen bei offiziellen Anlässen Band und Mütze in den Farben unserer Verbindung. Das Band ist unser gemeinsames Erkennungszeichen und das äußere Symbol unserer starken inneren Verbundenheit. Band und Mütze sind die traditionellen Symbole unserer Verbindungen seit über 100 Jahren.

»Sich schlagen« ist ein älterer Ausdruck für »mit jemandem fechten«; er ist im Alltagssprachgebrauch noch vorhanden in der Redewendung »Er hat sich gut geschlagen«.

Bei uns herrscht innerhalb der Verbindung politische Neutralität. Allerdings begrüßen wir es, wenn sich der Einzelne Gedanken über unseren Staat macht oder sich sogar engagiert. Wir haben viele Bundes- bzw. Verbandsbrüder, die in den verschiedenen demokratischen Parteien tätig sind. Wenn alle das gleiche denken, denken alle falsch. Extremisten haben bei uns allerdings nichts zu suchen.

Wir machen das, weil die Freundschaft und die Gemeinschaft in unserer Verbindung es wert ist, daß man sich engagiert und darum kümmert. Für unseren Einsatz bekommen wir viel zurück – unser Freundeskreis ist größer als bei anderen Studenten. Und, nicht ganz unwichtig: Es macht einfach Spaß!